Weihnachtsfeier im Kinderheim
Weihnachtsaktion 2020
22. September 2020
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Neueste Nachrichten aus Rumänien

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Frau Magda Voinea, die frühere langjährige Direktorin des Kinderheims in Iasi ist unsere Ansprechpartnerin in allen Belangen des Heimes. In ihrem Schreiben vom 15. September 2020 schildert sie die Verhältnisse der Unterbringung von betreungsbedürftigen Kindern und Jugendlichen. Ca. 6.000 sind es allein im Bezirk Iasi, die zur Zeit in Pflegefamilien untergebracht sind (Materne-Assistenz).Viele davon sind zurückgelassene Kinder, deren Eltern Arbeit im Ausland gefunden haben und sich nicht mehr um ihren Nachwuchs daheim kümmern. Leider ist diese Zahl auch noch im Steigen begriffen.
Eine aufnehmende Pflegefamilie erhält pro Kind und Monat 435,- €, für 2 Kinder 870,- € usw. Für rumänische Einkommensverhältnisse also relativ viel (s.unten). Davon können die eigenen Kinder auch noch versorgt werden. Zusätzlich erhalten die Familien festgelegte Beträge für Bekleidung, Hygiene, Schulbedarf u.ä. je nach Alter zwischen 100,- und 180,- €. Die Entwicklung der Kinder bei den meisten Pflegefamilien ist sehr gut, sie sagen Mama, Papa, Bruder! Sie sind geliebt. Aber es gibt leider auch Fälle von Gewalt oder das Kind lehnt die Familie ab und dann werden die Kinder in eine andere Familie oder in ein Kinderheim gegeben. Die Familien werden von Sozialassistenten kontrolliert.
Ein paar Beispiele von Einkommen: Ein Erzieher mit mittlerem Abschluss erhält zur Zeit ca. 500,- €, mit entsprechendem Alterszuschlag kann das Einkommen auf ca. 630,- € steigen. Mit Hochschulstudium bekommen sie um die 900,- €.


Immer noch ist die Lage in Rumänien wegen Corona sehr schwierig und die Infektionszahlen sehr hoch. Rumänien hat sehr frühzeitig vieles in den „Lock down“ versetzt, wohlwissend, daß die Krankenhäuser, die ohnehin in einem äußerst desolaten Zustand sind, eine starke Infektionswelle nicht verkraften könnten.

Für unsere Schützlinge in den „Kinderwohnungen“ in Iasi hieß das zunächst wochenlange Ausgangssperren, kein Schulunterricht und vor allem: kein Ferienlager. Zunächst überwiesen wir Geld, daß Frau Voinea, unsere Ansprechpartnerin, den eingesperrten Kindern/Jugendlichen den Alltag durch zusätzliche Lebensmittel, Obst, Säfte und auch ein paar Leckereien etwas angenehmer gestalten konnte. Dann bat sie uns, einen Teil des für das Ferienlager gespendete Geldes für die dringend notwendige Anschaffung von 15 neuen Stockbetten mit Matratzen für 30 Kinder verwenden zu dürfen. Dem haben wir gerne zugestimmt, das Geld ist damit langfristig für einen guten Zweck genutzt.