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Centrul de Tip familial "Primaverii" in Iasi/Rumänien
Eines der ersten rumänischen Objekte, die wir bereits von Leipzig aus kennenlernten und mit unterstützten, war das Kinderheim in der zweitgrößten Stadt Rumäniens Iasi (sprich "Jasch"), im Nordosten des Landes gelegen. Es war eines der ganz heruntergekommenen Verwahranstalten kleiner Kinder, von denen vielleicht auch Ihnen noch aus diesen schrecklichen Fernsehberichten Bilder vor Augen sind.
Der Leipziger Rumänienhilfeverein begann mit Hilfe der sehr engagierten Direktorin, Frau Magduta Voinea, dort unterstützende Hilfe zu leisten soweit die Spendengelder reichten: 2 Transporte im Jahr mit Grundnahrungsmitteln, gebrauchter Kleidung und Ausstattung für das Haus, z.B. für die Küche einen großen Herd und Töpfe, Waschbecken und Toiletten für die Sanitärräume, Betten und und und. Praktisch nichts war vorhanden oder in unglaublich schlechtem Zustand. Das Heim hatte zwar einen Hof, aber keinerlei Spielgeräte darin.
Während wir anfangs noch dachten, es handele sich um ein Waisenhaus, stellte es sich später heraus, dass etliche Kinder doch mindestens noch einen Elternteil hatten und damit auch nicht adoptionsfähig waren. Beim einen saß der Vater im Gefängnis, beim anderen trank die Mutter, oder das Kind war ausgesetzt worden, weil für das siebte einfach nicht mehr gesorgt werden konnte. Oder das Jugendamt nahm verwahrloste Kinder aus den Familien heraus. Als im Laufe der Zeit durch die deutsche Unterstützung die Verhältnisse sich langsam besserten, wurden zunehmend auch psychisch kranke, schwer gestörte oder auch z.B. Diabetiker in dieses Heim verlegt.
Durch viele Eingaben wurde in den letzten Jahren erreicht, dass die Kinder bleiben konnten, bis sie eine Ausbildung abgeschlossen hatten und man einigermaßen sicher sein konnte, dass sie nicht wieder auf der Straße landeten. Im Laufe der Zeit konnten durch einige große Spenden 18 Wohnungen für die etwa 100 Kinder gekauft werden und das Kinderheim wurde aufgelöst (Stand 2010). In diesen Wohnungen leben nun die Kinder und Jugendlichen von 6 -18 Jahren, nach Geschlechtern getrennt, in familienähnlicher Situation mit jeweils 3 Betreuern, die alle 8 Stunden wechseln und sich mal mehr mal weniger motiviert zeigen. Die Wohnungen waren z.T. in sehr schlechtem Zustand und unmöbliert. Geld für Kühlschränke, gemütliche Einrichtung, Reparaturen war so gut wie nicht vorhanden. Die Verwaltung erfolgt immer noch zentral durch die Direktorin Frau Voinea, die auch den Zentraleinkauf der Lebensmittel, Kleidung, Schulmaterial etc. organisiert. Diese Arbeit wird erschwert dadurch, dass die Wohnungen sehr weit auseinander liegen und der alte Fordbus oft streikt (er wurde 1995 aus Spendenmitteln in Leipzig bereits gebraucht gekauft).
Der Leipziger Rumänienhilfeverein hat sich mangels williger Mithelfer im letzten Jahr aufgelöst. Da haben wir von Bayreuth aus unsere Aktivitäten in diese Richtung verstärkt und konnten schon mit einigen Spendenüberweisungen etwas zur Linderung der Not dort beitragen.
Das Projekt ist staatlich, d.h. die Angestellten werden vom Staat bezahlt (ziemlich schlecht, deshalb ist auch die Arbeitsmoral nicht sonderlich hoch). Alle anderen Ausgaben muss Frau Voinea aus den 2,30 € bestreiten, die sie pro Kind und Tag zur Verfügung gestellt bekommt, und das bei Preisen, die fast auf deutschem Niveau liegen. Sie liefert uns immer detaillierte Abrechnungen über die empfangenen Spendengelder und die sprechen dann für sich: z.B.
-Renovierungsmaterial für 10 Wohnungen
-Ohren OP für einen 14 Jährigen und Hörgerät
-Hygiene- und Badeutensilien
-Gemüse, Früchte
-für 5 Kinder Fotos für die Abiturunterlagen
-Kindertagesfest für 50 Kinder (Fleisch zum Grillen, Eis, Saft)
-Diesel für den uralten Fordbus
-dringende Medizin und ärztliche Behandlungen für 3 Kinder
-Fahrkarten für Fahrten zur Schule in öffentlichen Verkehrsmitteln
-10 Schultaschen, Schulbücher, vor allem Wörterbücher
-6 Farbfotos für Schüler wegen Teilnahme am Europa-Wettbewerb
-Reparatur eines Kühl- und Gefrierschrankes
-6 Küchenstühle, 1 Schreibtisch
-PVC-Auslegeware, Malerarbeiten für 3 Wohnungen
-medizinische Spezialuntersuchungen für 2 Mädchen (Herz- und Darmerkrankungen)
-Sonderbeköstigung und Gymnastik für die psychisch erkrankte stark übergewichtige Roxana
Das alles könnte ohne Spendengelder aus dem Ausland nicht geleistet werden. Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke, Ferienaufenthalte, mal ein Kinobesuch - oder auch nur Bananen oder Schokolade ist einfach nicht drin - von einem einigermaßen fahrtüchtigen Kleinbus ganz zu schweigen.
Deshalb möchten wir dort so gerne ein wenig helfen. Klar, es wird immer nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, aber dem Kind, das diesen Tropfen spürt, wird es gut tun und vielleicht helfen, dem Leben etwas zuversichtlicher entgegenzusehen.
In diesem Sinne bitten wir herzlich auch um Ihre Unterstützung.
Waltraud und Gerhard Grillenberger
Spendenkonto (bei Raiffeisenbank Emtmannsberg): 204 630 0 (BLZ 770 697 46)
Lutherkirche Bayreuth - Stichwort Rumänienhilfe
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